Harma Regina Rieth

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Meine Kunst

Mein Leben

HARMA *Meine Texte*

Harma's LeseFutter

GEDANKEN IN MIR ...

elemte in mir 2009 1

Meine Gedanken schweben ...

Steigen empor

So wie der Morgennebel

Der sich erhebt wenn er von der  Sonne geküsst wird

Tagträumend von DIR ...

Schreite ich durch das nasse Gras 

Im herrlichen Sonnenlicht funkeln abertausend LiebesPerlen aus frischem Tau

Einfach hingestreut ... 

Über die morgenfrische Landschaft

Düfte von Blumen und Heilkräuter betäuben und betören zugleich

Sie  steigen in meine Nase und entführen meine -

GEDANKEN abermals wieder ZU DIR

Das Geschehn verbindet zwei Welten - Traum und Wirklichkeit

Und die GEDANKEN IN MIR ...

 copyright: HarmaReginaRieth

 janina1 1980

Mutti ist die BESTE ...

Mutti liest mir Geschichten vor bis tief in die Nacht

Mutti hat selbst bei dem tausendsten Märchen zärtlich noch gelacht

Mutti putzte mir stets nach dem Weinen die Nase

Mutti versorgte fürsorglich auch meinen kleinen Hasen

Mutti hatte eine Engelsgeduld bei den Hausaufgaben

Mutti verbot mir nie beim Spielen den Garten umzugraben

Mutti kochte mir täglich mein Lieblingsessen

Mutti hat mich nach einem Tief aufzumuntern nie vergessen

Mutti versäumte nie das Gutenmorgen- und Gutenachtküsschen

Mutti wurde nie böse bei  kleinen Kopfnüsschen

Mutti räumte mein Zimmer auf ohne zu murren

Mutti ging mit meinem Hund Dolly Gassi ohne zu knurren

Mutti hielt alle Sorgen von mir ferne

Mutti hatten alle Kindergarten- und Schulfreunde von mir gern

Mutti hat bei unruhigen Träumen und Krankheit geduldig bei mir gewacht

Mutti hat sich nie unnötige Sorgen um mich gemacht

Mutti lernte englische Vokabeln mit mir wie besessen

Mutti  konnte sich mit jedem Lehrer messen

Mutti organisiert Geburtstage und Feste mit Bedacht

Mutti freut sich wenn alle freudig feiernd mitgemacht

Mutti lehrte mich auch das Schwimmen

Mutti wird immer alle Berge und Hindernisse mit mir erklimmen

Mutti ist das Riesen-Multitalent

Mutti alle  Freunde von mir kennt

Mutti ist immer da wenn man sie braucht

Mutti um mich rennt bis ihr die Socke raucht

Mutti war immer abrufbereit

Mutti vermied selbst bei den schlimmsten Diskussionen allen Streit

Mutti beobachtete stumm mein Quengeln

Mutti vermied es mich zu irgendwas zu drängeln

Mutti strömte stets aus die große Zuversicht

Mutti dafür schreib ich dir mal ein Gedicht...

Mutti du hattest einen 24 Stunden Job

Mutti heute hier mein LOB :-)

Mutti das Allroundtalent im Volltimejob

Jeder der eine Mutter hat  kennt diese Eigenschaften die nur Muttis haben

Wie man diese eben nur von "Vollblut-Muttis" kennt …

Wohl dem der eine Mutter hat ...

© HarmaReginaRieth

paul einstein 2010

Erinnerungen einer Mutter

Ein Kindermund fragt ...

WARUM

Warum ist die Erde rund

Warum sind die Farben bunt

Warum  sind  Fliegenpilze nicht gesund

Warum gibt es heut noch Könige und Grafen

Warum wollte man früher die Hexen bestrafen

Warum kommt der  Mond in jeder Nacht

Warum hat der Clown heute nicht gelacht

Warum können Vögel fliegen

Warum meckern nicht nur Ziegen

Warum streiten Katz und Hund

Warum schreit man ohne Grund

Warum beißt an der Angel der Fisch den Wurm

Warum gab es Grenzen mit Turm 

Warum sterben kleine Kinder

Warum gibt es Menschenschinder

Warum kann man einen Baum nicht mehr biegen

Warum führen Mensch Kriege

Warum erstrebt der Mensch die Siege

Warum bringt der Regen einen Regenbogen

Warum hat sich die Schnecke in ihr Haus zurückgezogen

Warum fliegt der große Storch vorm Winter fort

Warum bleibt er nicht dort

Warum bleibt der kleine Spatz im Ort

Warum hat man Angst

Warum wird in den Mai getanzt

Warum bringen Scherben Glück 

Warum vom Kuchen nur ein Stück                         

Warum brennt die Sonne so heiß

Warum  schwitzen Poren

Warum gibt es Schweiß

Warum kann die Zunge schmecken

Warum darf man Siebenschläfer nicht wecken

Warum wächst Wolle auf dem Schaf

Warum ist der Wolf nicht brav

Warum ist ein Diamant so hart

Warum hat sich der Mensch gepaart

Warum gibt es eine Märchenwelt

Warum braucht man für alles Geld

Warum ist Papa dein Held

Warum ist das Wasser nass

Warum macht das Lernen nicht immer Spaß

Warum muss ich in die Schule gehen

Warum darf ich heute nicht Fernsehen sehen

Warum ist in der Glühbirne Licht

Warum schrieb Schiller ein Gedicht

Warum darf ich nicht laut fluchen

Warum gab es Atomversuche

Warum ist ein Traum oft so real

Warum erlöst man nur Tiere von ihrer Qual

Warum gibt es Musik und Klänge

Warum hat man manche Zwänge

Warum kann die Liebe fühlen

Warum kann sie das Herz aufwühlen

Warum darf man nicht lügen

Warum darf man nicht betrügen

Warum ist Gott versteckt in den Wolken

Warum soll und muss ich deinen Worten folgen

Warum hast du mich geboren

Warum hast du „nie“ die Geduld bei mir verloren?

Weil ich deine Mutter bin mein Kind - und dich unendlich LIEBE …

© HarmaReginaRieth

9 Okt 2010 Fischbach 052 - Kopie 1

Heimat - Hunsrück - Harma

Du möchtest wissen wie sehr ich meine Heimat liebe?
Dann komm ich zeig es dir …
Nimm meine Augen
Und sehe wie ich die Wälder die Wiesen die Felder und die Äcker sehe
Nimm meine Ohren
Und höre wie ich den Wind und den Sturm durch die Baumwipfel höre
Nimm meine Hand
Und fühle wie ich die Blüten die Zweige die Rinde die Steine ertaste und  fühle
Nimm meine Zunge
Und schmecke wie ich die Früchte die Süße und das Sauere der Natur schmecke
Nimm meine Nase
Und rieche wie ich die Luft und die Düfte der Natur rieche
Nimm meine Gedanken
Und erkenne wie ich über die Natur und ihre Vergänglichkeit denke
Nimm meine Gefühle
Und spüre wie ich meine Heimat empfinde
Nimm mein Herz
Und erfahre wie ich meine Heimat verehre

Jetzt weißt du wie inniglich ich meine Heimat liebe ...

©HarmaReginaRieth

frauenbilderbogen 402

Ich suche …

Ich suche meine Welt in den Regentropfen

und staune wenn sich die Sonnenstrahlen darin brechen

 

Ich suche die Strahlen der Sonne

und staune wenn sie die Äcker erwärmen

 

Ich suche den Wind in den Bäumen und staune wenn er Baumwipfel und Blätter durchwirbelt

 

Ich suche die blühenden Wiesen und Felder

und staune wenn die Schmetterlinge darin tanzen

 

Ich suche das Moos und die Wurzeln der Hecken

und staune wenn Käfer und Mücken darin ruhen

 

Ich suche den Fluss- und den Bachlauf bis zur Quelle auf

und staune wenn die Fische im klaren Wasser schwimmen

 

Ich suche die Frösche in den Tümpeln

und staune wenn sie die Fliegen fangen

 

Ich suche die Vögel in den Lüften

und staune wenn sie anschließend zwitschernd in den Ästen sitzen

 

Ich suche Steine suche Wege und Pfade

und staune wenn ich darauf spazieren geh’

 

Ich suche das Spiel in der Natur

und staune wenn ich das Naturschauspiel dann seh’

 

Ich suche den Vollmond in der Nacht

und staune wenn der Tag gegangen ist und die Eule mit großen Augen wacht

 

Ich suche den Tag der alles darin widerspiegelt

und staune wenn die Nacht den Tag versiegelt

 

Ich suchte die WELT und fand meine Heimat in der ich geboren wurde

und in deren Natur ich staunend spielen durfte

Ich suchte meine Heimat und fand unseren Hunsrück …

©HarmaReginaRieth

janina frauenbilderbogen 2009

SchaufensterBummel

Janina im Wunderland ...

Der Tag ist neu

Ich habe dich durchschaut

In deinem Blick liegt diese gewisse Nachdenklichkeit

Großstadtlärm verfängt sich im leisen Vorbeirauschen der Menschen

Das Zeitgefühl ist verloren

Du träumst schon wieder

Der Tag ist weich

Jeder Morgen  ist ein  langsames Zurückkehren

Wie lange stehst du schon da

Wann wirst du den Mut aufbringen

Und sagen was Dich bedrückt

Das Zeitgefühl ist verloren

Du träumst schon wieder

Der Tag ist still

Es ist September du verabschiedest dich vom Sommer

Den Großstadtlärm hinter dir lassend

Es sind nur noch Geräusche hinter dir

Und eine Ahnung vom SEIN

Das Zeitgefühl ist verloren

Du träumst schon wieder

Der Tag ist pulsierend

Vertrautheit umgibt dich von allen Seiten

Es fällt dir schwer dich zu verabschieden

Leuchtend, still, tief und weich wie der Ausdruck in deinen Augen

Mit dem Gesicht zum Fenster und dem Rücken zur Welt gehst du

Das Zeitgefühl ist verloren

Du träumst schon wieder

Der Tag ist zu Ende

Deine Haut atmet jeden Morgen erneut wieder ein

Du gehst auf dem Weg der Irritation und dann nach Hause und wirst umarmt

Das Zeitgefühl ist verloren

Du träumst schon wieder

Die Gedanken lösen sich auf und fragen leise:

Warum soll ich nur lächeln, wenn ich lachen kann

Warum soll ich nur sprechen, wenn ich singen kann

Warum soll ich nur gernhaben, wenn ich lieben kann

Warum ist es plötzlich so still,  jedes Zeitgefühl ist verloren, wie lange stand ich hier …

Es fällt mir schwer mich vom Schaufenster zu verabschieden, du hast nur vom Wunderland geträumt …     

©HarmaRegina Rieth

Paul 2 001

GeburtsTag

Die Zeit und Mama  liegen  lange schon

Seit etlichen Tagen und  Nächten in den Wehen

Mit meiner neuen Zeit erblicke ich die Welt

Ich werde kommen

Andere werden gehen

Gleich wie es  jedem  Zeitenlauf gefällt

Wie auch am  Anbeginn meiner Lebenszeit

Die mich  führt in den neuen hellen Tag

Paul ist hier…

Endlich war der langersehnte Moment erreicht

Und es ging aus dem Dunkel des WohlFühlRaums heraus

Neue unbekannte Geräusche 

Mamas liebevolle Stimme vernehmend

Kam der Tag mit Helligkeit

Als die Nacht endlich sinkt

Begrüßt Sonnenschein das neue Leben

Der Tag  sang und entlockte selbst dem Wind

Noch eine kleine Zukunftsmelodie

Bis hinauf in die schäfchenweißen Wolken

Hörte man den Klang

Paul ist hier …

Der Morgentau liegt wie eine perlbestickte Wiese

Im Glanze des neuen Tages

Ich blicke der um Licht kämpfenden Sonne entgegen
Begrüße freudig meinen ersten Tag

Tauche ein in viele glückliche Momente
Genieße jeden  kostbaren Augenblick

Rieche neue aufsteigende Düfte

Blicke blinzelnd sehnsuchtsvoll nach vorn und nicht zurück

Paul ist hier …

Mama meine Zauberblume lehnt sich glücklich und erschöpft zurück

Sie trägt noch den Zauberblick im Gesicht

Das Pulsieren  unseres Blutes

Ist die Zukunftsmusik

Auch  für meine Seele

Sie zeigt mir den Weg

Ich bin gekommen

Gehe der Zeitspanne Leben verheißungsvoll

Und mit sehnsuchtsvollem Lächeln entgegen

Der Morgen und der Tag gehören mir

Ich begrüße die WELT

Und jeder Blick in die Augen meiner  Mama
ist eine Blicke voll von Geborgenheit und Zärtlichkeit
Alles andere ist vergessen

In diesem Moment

Ich bin da, Paul …

Paul ist da, mein erstes Enkelkind, geboren am 06.08.2009 um 0:57 Uhr.

Ich möchte Dir sagen, wie viel Du mir bedeutest!

Ich kann nichts sagen.
Ich kann meine Gefühle für Dich nicht ausdrücken,
nicht in Worte fassen, Paul.

Deine Oma

copyright: HarmaReginaRieth

harma weiblich mutter 2007

Unter dem Herzen und im Herzen getragen …

Sie sind schwanger!

Und schon ging es los was kommt auf mich zu und laut schreiend ein jauchzendes  JUHU

Ist alles in Ordnung?

Wievielte Woche - wie weit ist „ES“ und wie groß

DANKE lieber Gott

Was kommt auf mich zu was mach ich bloß …

Mach ich alles richtig

Was ist für mein Kind und mich jetzt wichtig

Fachliteratur wird hinzugezogen

Die Kleider sich über meinem Bauch fortan monatlich wölbten und zum Kugelkleid verbogen…

Was kommt auf mich zu der Busen scheint zu explodieren…

In meines Körpers Mitte erhielt ich wenig später von kleinen Fäustchen- Faustschläge und von kleinen Füßchen-  Fußtritte

„ES“ trat und schlug nach allen Seiten und übte das Geburtseinleiten

Monatelang hielt Es mich in Atem und rund um die Uhr auf Trapp

bis ich endlich das ersehnte Bündel  „ETWAS“ in meinen Armen hat…

Alle Schmerzen waren vergessen das unbeschreibliche Glücksgefühl lässt sich bis heute mit nichts  messen

Der Erde schönster und melodischer Schrei kopfüber kam mein „ES“ auf mich zu und herbei

Was kommt auf mich zu endet jetzt die nächtliche Ruh …

Strahlend blaue Augen blickten in die Welt unbeschreiblich unbezahlbar für kein Geld der Welt möchte ich dieses Gefühl nie mehr entbehren und leise  auf den Herzschlag ich des Nachts höre …

Einst mein „ES“ Monate  unter dem Herzen -  und seit 29 Jahren im Herzen getragen…

Mein Kind, mein Herz, mein Herzenskind Janina ... 

Erinnerungen an  Mutter werden und  Mutter sein, 15.01.1980 :-)

© HarmaReginaRieth

Mutter 2006

MUTTER

Wie eine verlorene Feder im freien Fall

Folgen meine Gedanken ihr mit einem Lächeln

Mit suchenden Blicken

In die Weiten des Himmel und der Wolken

Und ich gönne mir Zeit auf dem Weg dahin zu träumen

Wichtig ist nur der Moment

Alles andere ist vergessen

Ein Quell der Kraft durchströmt noch einmal den Körper

Und die Seele weint auf dem Weg in die neue Welt

Und ich gönne mir die Zeit zum Gedankenpiel im Wind wie ein kleines Kind

Geborgenheit und Zärtlichkeit

Folgen meinen Gedanken bis zu den Sternen

Ich rufe in den Himmel voller Fröhlichkeit hinein

Und träume von dir

Und ich gönn mir die Zeit um nachzudenken was du mir bedeutet hast

Alles andere ist vergessen

Ich sehe den leeren Blick

In deinen Augen

Und suche vergebens ihren Glanz

Würdest du noch sein wie vor Wochen würdest du leichfüßig über die Wolken streichen

Und ich gönne mir die Zeit der Ruhe und Sehnsucht nach unserer besonderen  Liebe

Den Aufwind spürend

Blicken meine Augen in die Höhe zu dir

Würdest du noch SEIN

Würde ich dich zärtlich in meinen Armen halten

Und ich gönne mir die Zeit um dich zu trauern

Unsere Liebe besteht auch noch nach dem verschließen des Himmelstores

Du bist frei von Schmerzen lass dich fallen

Ich brauche mich nicht mehr zu sorgen

Und ich gönne mir die Zeit und das Gefühl dich in Erinnerung zu behalten

Und will dir danke sagen ...

Dafür dass ich deine Liebe erfahren durfte Mutter

© HarmaReginaRieth

Rieth Harma-Regina Fukushima red

Blutige Tränen von Fukushima

Wie lange ist es schon her, seit ich hier zusammengekauert und gekrümmt in einer müllhaldeähnlichen Landschaft verharren muss? Ein Tag oder zwei Tage, oder gar schon drei Tage? Ich habe die Zeit und die Orientierung völlig verloren, es rauscht in meinen Ohren und in meinem dröhnenden Kopf spiegelt sich das unglaubliche Geschehen der Vortage wider.
Was war eigentlich passiert? Ich versuchte meine Gedanken neu zu ordnen. Gerade als ich auf dem Weg zu meinen Eltern war, wollte ich doch eigentlich nur einen kleinen Abstecher runter zum Strand machen. Ja, so war es, ich wollte meine Eltern in Fukushima besuchen. Ich bemerkte nicht sofort das drohende Zittern der Erde. Ich spielte gedankenverloren mit den Füßen im herrlich weißen Sand, als der Sand erneut langsam zwischen meinen Zehen zitternd herunterrieselte, dann vernahm ich nur noch ein tosendes, krachendes, berstendes Geräusch.
Im gleichen Moment durchzuckte mich eine unwirkliche Angst. Ich wusste nicht, wieso diese Angst mich mit einem Male so beherrschte und warum ich wie erstarrt im Sand sitzen geblieben war.
Ich schaute in Richtung Meer und sah, wie sich die Wellen unwirklich auftürmten und drohend auf den Strand, auf mich zukamen. Regungslos, gelähmt vom Schock und erstarrt vor Furcht saß ich da und sah das Meer und seine Wellen immer schneller auf mich zukommen.
Eigentlich ist es ein wunderschöner Tag. Was sollte da schon passieren?, dachte ich, wie um mich zu beruhigen, bevor es nass, schlammig und unendlich kalt und dunkel um mich wurde.

So war es gewesen vor Tagen. Und jetzt? Ich schaue an mir herunter und sehe mich dreckverschmiert, mit mehr oder minder starken Verletzungen an den Armen und Beinen.
Die Haut aufgerissen, das Fleisch aufgeplatzt, Hautabschürfungen am ganzen Körper. Aber ich lebe. Ich lebe!
Mit geweiteten Augenpupillen blicke ich mich vorsichtig und angstvoll um.
Meinen Urlaub wollte ich übers Wochenende hier in Fukushima verbringen. Doch wo ist die Stadt? Müll, Dreck, Metallschrott, Steine, Möbelteile, leblose Tiere, Gegenstände aller Art – doch Menschen? Ich sehe keine Menschen hier – wo sind sie, wo sind die Menschen? Alle tot? Kein Geräusch ist zu hören, kein Vogelgesang, absolut keine Tiergeräusche. Stille. Es gibt keine Geräusche mehr um mich herum, ich höre nur noch das Blut in meinem Kopf pochen und durch meine Adern strömen, eher langsamer werdend ....
Keine menschlichen Stimmen, wo ist das Lebendige? Geräusche der Menschen, der Stadt? Wo ist das alles? Wo sind sie alle? Wo ist das pulsierende Leben?
Langsam versuche ich meine Gliedmaße zu ordnen und löse mich aus meiner augenscheinlichen Erstarrung und Verkrampfung. Endlich schaffe ich es aus meinem verdreckten Müllbett zu kriechen. Mein Blick schweift über die unwirkliche, verzerrte und utopische Landschaft. Und meine hilflose Situation wird mir schlagartig bewusst.
Was ist das hier? Wo bin ich hier? Das ist doch nicht mehr meine Heimatstadt Fukushima!
Ich fasse meinen ganzen Mut zusammen und versuche meine neue Umgebung zu erkunden.
Das Meer ist weg, ich sehe keine Wellen und keine aufschäumenden Wogen mehr.
Alles um mich herum ist mit Schlamm und Dreck überladen, Möbelstücke, Autos, Kleider, Fahrräder, Bücher, Maschinen. An einigen Stellen sehe ich Hände und Köpfe von leblosen Menschen aus dem Chaos ragen, mit erstarrten Augen und geöffneten Mündern, andere wirken, als ob sie schlafen würden, die Beine von toten Tieren ragen in die Luft. Aufgedunsene Hundeleiber. Der Dreck beherrscht die ganze Umgebung, bizarr und unwirklich ist alles, so weit man sieht, überall Müll, Chaos, Tod und Zerstörung.
Hier und da kämpfen Fische im Schlamm um ihr Leben. Mit übergroßen Augen schauen sie mich fragend an, angstvoll, zitternd, zappelnd.

Antworten. Antworten bedurfte es! Was ist hier geschehen? Ein Erdbeben, eines der Tsunamis, die unsere Küste selten, aber immer wieder heimsuchen? Was ist mit mir geschehen? Wo war ich in diesem plötzlichen Erfasstwerden? Was hat das Meer mit mir gemacht?
Die Nacht umarmte mich erneut und ich fiel zurück in einen neuen unruhigen Angstschlaf. Lebe ich noch - oder bin ich schon tot? Ich wollte nicht mehr denken, ich hatte auch keine Angst mehr, ich wartete geduldig. Aber auf was wartete ich eigentlich? Befand ich mich schon in der Unendlichkeit der Ewigkeit? War ich die einzige Überlebende? Die Erde zitterte wieder, ich war erschöpft und klammerte mich an dem Gedanken fest, dass ich nicht alleine sein kann, hier in diesem kalten dreckigen Schlamm und Müll.
Ein übler Geruch kroch in meine Nase und ich sah, wie sich die Fischaugen neben mir allmählich langsam auflösten. Angewidert vom Anblick des stinkenden Fisches wandte ich mich ab. Meine Haut brannte wie Feuer, doch sie erwärmte so allmählich meinen ausgekühlten fast gefrorenen Körper.
Wasser ...! Ich brauche Wasser, ich muss etwas trinken!
Auf allen Vieren kriechend machte ich mich auf den Weg um etwas Trinkbares zu finden. Schlagartig vielen mir die ewigen Werbeblöcke mit allerlei köstlichen Getränken der Fernsehsender ein, die mehrmals zwischen meinen Lieblingssendungen hereinflimmerten.
Jetzt flimmerten die Werbeblöcke vor meinem inneren Auge, nach ihren Getränken lechzend beobachtete ich sie gierig. Ich habe Angst verrückt zu werden, durchzudrehen. Mein Mund völlig ausgetrocknet, ich fühlte mich wie ein Reiskorn, das sich nach Wasser sehnt.
Unerreichbar... In unerreichbarer Ferne schien jeder Tropfen Flüssigkeit.
Nein, ich gebe nicht auf, ich suche weiter, immer weiter ... Und endlich sah ich eine, wie mir schien, mit mir weggespülte Flasche. Mit letzter Kraft schraubte ich den Verschluss auf – leer, sie ist leer! Hysterisch schüttle ich die leere Flasche. Das kann nicht sein, durchzuckt es mich, in meinem Innern brennt es, ich muss den ohnmächtigen Brand in mir endlich löschen. Fahrig, zittrig, mit weit aufgerissenen Augen beobachte ich den teilweise skelettierten Fisch neben mir, der mich gestern vielleicht noch groß angestarrt hatte.
Ich ahne Böses und resigniere. Das Feuer auf meiner Haut brennt sich derweil weiter durch mich hindurch. Aus tausenden blutigen Hautrissen quillt mein Leben. Mein Leben brennt lodernd sengend weg. Einer Ohnmacht nahe habe das Gefühl mich aufzulösen.
Neben mir liegt ein verschmierter Zettel, und ich greife zeitlupenartig danach.Meine Fingerkuppen scheinen mir unwirklich, als ob es nicht meine wären, entstellt. Ich sehe das Abbrechen der aufgeweichten Fingernägel, und weiß, dass ich mich beeilen muss ...
Ich streiche mir langsam durch mein Haar und halte es in meinen Händen. Angewidert von mir selbst, blicke ich in das Glas der leeren Flasche und erkenne mich selbst nicht mehr.
Erschrocken über mein Spiegelbild laufen mir blutige Tränen über meine brennenden Wangen, das Salz der Tränen frisst zusätzlich eine tiefe Furche in mein Gesicht.
Und plötzlich quellen unaufhaltsam immer mehr blutige Tränen aus meinen Augen. Ich muss den anderen Menschen sagen, was passiert ist! Sie müssen wissen, welche unsichtbare schleichende Gefahr ihnen droht! Ich muss versuchen ihnen dies alles, was mir widerfahren ist, mitzuteilen! Ich blicke wieder in das Glas der leeren Flasche, glanzlose Augen starren mir entgegen. Aschfahle blutige Haut umrahmt mein vormals hübsches, jetzt kaum noch zu erkennendes Gesicht. Auf meinem Haupt fehlen große Büschel Haare, es ist fast haarlos. Meine Haut zeigt vereinzelt eitrige Hautkrater, die Kahlheit, Verletztheit meines Körpers ist bezeichnend, alles wirkt eigentlich schon leblos und tot an mir.
Denke ich noch, als Ich? Bin ich es noch? „Hallo, Mutter, hallo, Vater, schön euch zu sehen." Ich blicke auf ... „Bitte nehmt mich mit, sagt doch was, warum sprecht ihr nicht mit mir?" Ich strecke ihnen Hilfe suchend meine Arme entgegen, doch sie greifen ins Leere.

Wochen später fand man bei den Aufräumungsarbeiten in der Nähe von Fukushima eine stark verschmutzte Flasche mit einem verschmierten, mit Blut beschriebenem eingerollten Zettel und ein mit Blut getränktes Holzstäbchen. Es diente jemandem scheinbar als Schreibstift, der einen mit Blut geschriebenen Text verfasste. Als ob er den Inhalt beweisen wollte, legte er ein Haarbüschel sowie einen abgerissen Fingernagel dazu. Es war eine Frau, die ihre Erlebnisse, Gedanken und ihren Tod anderen mitteilen wollte. Die Botschaft der blutigen Tränen: Fukushima kann überall sein.Wo ist es morgen?

© HarmaRegina Rieth

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SchachBrettWelt

Figuren sind wir nur -

Auf dem SchachBrettWelt ...
Rotachat – Schmetterling - Ähre - Rose – Kristallkugel -
Spiegel -  Pendeluhr – Schädel – Muschel - Diamant  

Kommen Leben Gehen  

Hören Sehen

Riechen Schmecken

Ich höre - die Krähe sie kräht nicht mehr

Ich höre - den lautlosen Hufschlag des Einhorns nicht mehr
Ich höre - das Schwingen des Schmetterlings  nicht mehr
Ich sehe - die Ähren sie keimen nicht mehr
Ich sehe - die Muschel im Meer nicht mehr
Ich sehe - das Kreisen des Pendels nicht mehr
Ich rieche - den Apfel am Baum nicht mehr
Ich rieche - das Heu des Sommers nicht mehr
Ich rieche - keine Vergangenheit und keine Zukunft mehr
Ich schmecke - die letzte Ernte nicht mehr
Ich schmecke - das Faule der Gegenwart nicht mehr
Ich schmecke - die Liebe und das Leben nicht mehr

Die Saat ging auf ...

Ich höre sehe rieche schmecke nicht mehr Ich sorge mich und bleibe im Haus ... Nach der verheerenden Hitze war es entsetzlich kalt und grauenhaft feucht - die ganze Gegend war verseucht ...

Ich wollte so vieles noch entdecken

Lass mich das Leben noch einmal schmecken

Kommen Leben Gehen und ich fand  am Strand  die alte  Muschel wieder ...

© HarmaReginaRieth

2007-0220091

Erinnerungen an die Heimat

Die Nächte kommen die Tage gehen

Zeiten und Welten wandern unverdrossen

Uhren ticken Winde und Stürme wehen

Und ich schicke meine Gefühle auf die Reise

Hab mein Herz in der Heimat vergessen...

Die Jahre welken die Stunde neu blühen

Wolken ziehen weiter und Sterne ziehen des Nachts ihre Kreise

Gewässer fließen Sterne verglühen

Und ich schicke meine Gefühle auf die Reise

Hab mein Herz in der Heimat vergessen...

Kindermünder lachten Kinderaugen weinten

Heimatlieder änderten ihre Melodien

Sonnenstrahlen Monde scheinen

Und ich schicke meine Gefühle auf die Riese

Hab mein Herz in der Heimat vergessen

Und ich schickte- mein Herz zurück in die Heimat

© HarmaReginaRieth

h r k 2009 1 

LASS ZUR HEXENNACHT

Lass das Universum, die höhere Macht, entscheiden…
Lass das Universum
und alle Elementen meine Genugtuung einleiten
Lass mich meine Wünsche
auf diesem Wege bis zu den kalten Sternen weiterleiten
Lass meine Gedanken
mit dem Wind auf diesem Wege sich verbreiten

Lass mich bis zur dunklen Nacht
das Feuer der Vergeltung entfachen
Lass die Wahrheit wahr werden
und sie wird zum Leben erwachen
Lass die Lügner nicht weiter
alles Umfeld verblenden
Lass den Lügnern zur Ermahnung
Glockengeläut aus der Unendlichkeit zu Gehör senden
Lass das Reich der Wahrheit näher rücken

Lass der Erde die Blume der Unschuld nicht zerpflücken
Lass alles Übel der Welt nicht in uns erstarren
Lass das Böse nicht bei uns verharren
Lass das Feuer der Gerechtigkeit weiter brennen
Lass die Menschen sich versammeln
und die Richter die Falschheit rechtzeitig erkennen

Lass uns nicht vor uns selber fliehen
Lass uns näher zusammenziehen
Lass das Wasser alles wieder miteinander verbinden
im Quell der Vernunft wird man sich letztendlich erneut wiederfinden
Krähen, die selbst in der schwärzesten Hexennacht weiterfliegen,
werden mit ihren dunklen Augen alles Böse lautlos erkennen und
ihre Flügel bis zur Ohnmacht schinden, bis sie sich vor Schmerz winden
Es läuten die Glocken …
Es wird Frieden werden ... und die Krähe folgt der Nacht …
Glut und Asche auf das Haupt des Bösen …

Es ist wieder Hexennacht !

© HarmaReginaRieth

 bluete und knospe 2007 1

RubensFrau

Die Reize einer RubensFrau
kennt der Genießer ganz genau
Denn sie ist in ihrer Weiblichkeit für ihn ganz Frau …

Sie hat die weibliche Formen und sie strahlt damit pure Erotik aus
Diese einzusetzen weiß sie ganz genau
Denn sie ist in ihrer Schönheit für ihn ganz Frau …
Hingebungsvoll -
Reizvoll -
Lustvoll -
Liebevoll -

Sie hat sie alle die verführerische weibliche Attribute und strahlt pure Liebe aus

Denn sie ist in ihrer Sinnlichkeit für ihn ganz Frau ...
So ist sie- das weiß er ganz genau
Denn sie ist in ihrer Schönheit-  ihrer Sinnlichkeit - ihrer wundervollen  Weiblichkeit für ihn ganz Frau …

(Ich glaube hier wollte ich mir- meine überschüßigen Pfunde schön schreiben...)

©HarmaReginaRieth

blick nach vorn 2007

RoterBlick nach vorn und wieder zurück ...


RoterLebensbaum gelebt- geliebt zurück im Zeitfenster Traum
Zu Ende der Weg- ich stehe vorm roten Baum, im roten Raum und blicke zurück
Ein Lächeln auf den Lippen nehme ich mit hinüber und einen neugierigen Blick nach vorn und zurück
Ich sah es in meinem Traum ich ging allein es kam niemand mit ...
Die rosarote Brille abgelegt- erkenne ich sofort was geschehen war
Ich war da ...
Durch Tränenblicke folgt man mir nach... und leise ich fragte und sprach... Ist heute der Tag-
Von der Echtheit vieler Tränen wenig überzeugt manch einer sich über mein Leben und meinen Körper beugt ...
Glück
Schmerz
Trauer
mit einer endlosen Stille ward ich erfüllt
Über Jahre pulsierten die Venen des verzweigten Geästes meines RotenLebensbaums
mit meinem HerzBlut gedüngt und gestillt ...
Endlich wache ich auf- es war nur ein Traum, ich balanciere auf der Waageleiter...
und atme leise auf- ich lebe weiter mit verschwommenem RotenBlick nach vorn und zurück ...
Ich blickte nach vorn und wieder zurück mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Lächeln
im Blick nahm ich meinen RotenLebensbaum fortan in Gedanken mit.
Und ich fühlte mich im Tod mehr daheim -
mehr als im Leben ...
©HarmaRegina Rieth

rosenherz 2007 1

Der Schmerz vom Rosenherz
Im hellen Mittagssonnenlicht schloss sie geblendet ihre Augen
Bis zum Morgengrauen konnte sie es kaum glauben
Was sie geträumt ...
Dass der hell leuchtende Sonnenstrahl
nicht nur ihr Gesicht sanft streifte sondern gleich ihr Leben stahl
Was sie geträumt ...
Wie in der Nacht geträumt raubt der heiße Sonnenstrahl ihr das Leben sogleich
Sich jedes Blatt bevor es verwelkt noch einmal aufbäumt und es geschah
wie sie es des Nachts sah
Wie sie es träumte ...
Ein roter Sonnenstrahl im hellen Sonnenlicht alles Leben aus dem Blatte wich
und kein Schmetterling verweilte mehr auf der lieblichen Rose ... im grellen Sonnenlicht
Der rote Sonnenstrahl der ihr das Leben nahm
©HarmaRegina Rieth

zaubertrank 2007 1

Tränen der GlückSeligkeit

Tausend flüssige Kristalle glitzern
Und leuchten aus den Augen hervor
Und stürzen hinab
An der Wimper glänzend haften
Und perlen Diamantfarben aus dem Augenwinkel hervor
Und stürzen hinab
Rinnen zum Dekolleté über der Brüste Knospe zu des Herzens Tor
Und stürzen hinab
Bevor sie sich im freien Fall im Nabel verloren
Und stürzen hinab
Benetzen den Venushügel wie schon zuvor
Aufgefangen im Becken bleiben sie kurz haften fast starr in erneuter Glückseligkeit
Und stürzen hinab
Auf die verheißungsvollen Lippen ...
Und stürzen hinab
Es
Folgt
Eine
Neue
Liebe
Sie
Öffnen
Sich
Und
Einem
Kuss
Voller
Leidenschaft
folgt
Glückseliger
Genuss
Erneuter Anfang ohne Ende- ohne Schluss …

Verlieren sie sich in der Glückseligkeit
© HarmaRegina Rieth

Elemente in mir 2008

FarbenLiebe

Wie sehr man lieben kann... 

Lass es mich mit Pinsel und Farbpalette aufzeichnen …

Komm, ich zeige es dir …

Ich nehme Blau für den Blick deiner Augen - und sie werden sehen, wie ich dich sehe …

Ich nehme Rose für deine Nase - und ich rieche damit den Duft der Blume der Liebe …

Ich nehme Creme für die Ohren - die die Worte hören, die auch ich gerne hören würde …

Ich nehme Zinnoberrot für die Lippen und Zunge - die die Küsse schmeckt, die auch ich gerne schmecke …

Ich nehme Siena  für  die Hände - die dich fühlen, wie ich auch dich fühle…

Ich nehme Titanweiß für die Gedanken - und zeichne die Gedanken auf, die ich denke …

Ich nehme  Fleischfarben für die Gefühle - um sie zu erleben, zu spüren und zu empfinden …

Ich nehme Kaminrot für das Herz - für die brennende Liebe darin, für die Liebe der Liebe …

Jetzt kannst du die Farben sehen, die die Liebe aufzeichnet, mische sie mit Liebe

© HarmaRegina Rieth